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Schlechte Noten für die Schulpolitik

"Schule in Bayern - nichts als leere Versprechungen?"

Großmehring (hsd) Die Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Eva Gottstein, referierte im April 2011 in der Gaststätte in der Nibelungenhalle. Gottstein, die vor ihrem Landtagsmandat Realschulrektorin an der  Gesamtschule in Treuchtlingen war, zeigte sich auf der einen Seite einverstanden mit der Bildungspolitik der bayerischen Staatsregierung, die laut Ministerpräsident Horst Seehofer als Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts begriffen werden müsse. Auf der anderen Seite sei Bildung, so Gottstein, die beste Investition in die Zukunft, die aber nicht immer mehr auf Kosten der Kommunen umgesetzt werden dürfe. Die Gemeinden müssten nämlich immer mehr Geld u.a. für die Ganztagsbetreuung, Mittagsversorgung oder die Schülerbeförderung bereitstellen. Was nütze es da, wenn die Landesregierung, wie kürzlich bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2011/ 2012, von einem ausgeglichenen Haushalt rede, bei dem z.B. die Lehrer mit einer Nullrunde zu rechnen haben. Die Freien Wähler fordern darüber hinaus ein „überdachtes bildungspolitisches Gesamtkonzept“ vor, in und nach der Schule (Erwachsenenbildung) Die frühkindliche Betreuung gehörte eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums und nicht in die Hand der Kommunen, da diese finanziell sehr unterschiedlich aufgestellt seien.

Positiv hob Gottstein beispielsweise die „flexible Eingangsklasse“ in der Grundschule hervor, die in 20 Klassen erprobt werde. Je nach ihrer Begabung können die Schüler ein oder zwei Schuljahre in dieser Klasse sein, in der 20 Unterrichtseinheiten (sog. Module) erfolgreich durchlaufen werden müssen. Weiter forderte die Rednerin eine bessere Unterrichtsqualität, die sich über eine bessere Lehrerausbildung, die Motivation der Lehrer, eine Lehrplanentrümpelung, mehr Nachhaltigkeit statt Häppchenwissen und eine zukunftsorientierte Lebenskompetenz erreichen ließe. Ganz oben im Forderungskatalog stehen kleinere Klassen und mehr Lehrer. Den schöngefärbten Lehrerstatistiken müsse man misstrauisch begegnen.  Darüber hinaus sollten die einzelnen Schulen mehr Autonomie zugestanden kriegen, wodurch eine kindgerechte Schule eher gewährleistet sein könne (Schulhausgestaltung, Unterrichtsbeginn etc.). Enorm wichtig sei die Einbeziehung der Eltern, die mitunter zu Elternabenden verpflichtet werden sollten. Zudem müsse auf Bundesebene eine bessere Abstimmung z.B. in der Kultusministerkonferenz erfolgen, denn „Bildung braucht ein Gesamtkonzept“, so Gottstein.

Gegen Ende ihrer Ausführungen bedauerte die Abgeordnete die Einführung der sog. Mittelschulen. Über Nacht sei diese Verbundform von bisherigen Hauptschulen eingeführt worden. Auf die Gemeinden kämen weitere Kosten für Schülerbeförderung oder in Form von Gastschulbeiträgen zu. Anders hätte man den Schülerschwund beispielsweise mit Kombiklassen lösen können und damit wäre die Hauptschule im Dorf geblieben, meinte die Referentin. Auch die 9. Klasse der Hauptschule, die viele Schüler freiwillig wiederholen, könnte wie in der Grundschule als „flexible Klasse (9/10) laufen, d.h., es müssten bestimmte Module abgehakt werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die in Bayern bereits als Modell laufende Gemeinschaftsschule angesprochen. Dieser Schultyp läuft mit den Jahrgansstufen 1 bis 10 und ist ab 150 Schülern möglich. In einem sog. Oberstufenzentrum ist im Anschluss ein Höherer Schulabschluss möglich.

Für Großmehring, so stellte Bürgermeister Ludwig Diepold abschließend fest, gab es keine andere Möglichkeit, als in den Schulverbund mit Kösching und Lenting einzutreten. Großmehring sei nun vier Jahre lang vertraglich gebunden als Mittelschule, in der nach Möglichkeit pro Jahrgangsstufe eine Regelklasse geführt werden soll. Altbürgermeister Horst Volkmer verwahrte sich ausdrücklich gegen den schon geäußerten Vorwurf, dass unter seiner Amtsführung von 1990 bis 2008 ein sogenannter M-Zug verschlafen worden sei. „Von der Errichtung eines M-Zuges konnte Großmehring nur träumen, weil nur wenige Schüler die dazu erforderliche Übertrittseignung erreicht haben“, erklärte Volkmer.